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FAQs


Wer hat noch ein paar neue FAQ's auf Lager
ernsthaft oder zum Lachen - hier wird alles veröffentlicht, was gut ist ...
Oder ihr stellt eure dringenden Fragen im Forum.

Der Mottensegler aus Englischer Sicht:

"Anyone who sails a Moth should learn the trick of making an art form out of making a fool of themselves and making others laugh! The way to learn is by attending Moth events! Before the start the other day I was not concentrating and sat too far back in the Skippy in little wind. There was a cheer from the surrounding Fireball fleet as I capsized with the bows straight up in the air. My antics getting launched in no wind are enjoyed by all, but it is sometimes a case of he who laughs last laughs loudest! Once the race got underway I finished ahead of all the Fireballs with the exception of the current World Champion who was visiting the club that day!
Moth sailors are special people and include in their ranks many who go on to great things in Moths and other boats."
Colin Newman (UK) - Moth Sailor

Auf Deutsch:
Jeder, der Moth segelt, sollte den Trick lernen, wie man eine Kunst daraus macht, sich selbst zum Narren zu machen und die anderen zum Lachen zu bringen! Der beste Weg, dies zu lernen, ist bei einer Mottenregatta teilzunehmen. Vor dem Start am kommenden Tag war ich unkonzentriert und saß zu weit hinten auf meiner Skippy bei wenig Wind. Es gab Beifall von der umgebenden Fireballflotte, als ich übers Heck kenterte mit dem Bug senkrecht in der Luft. Meine Kapriole, mich selbst bei Flaute abzuschießen, wurde von allen genossen, aber manchmal ist es der Fall, daß der, der zuletzt lacht, am lautesten lacht! Als die Regatta stattfand, landete ich als erster vor allen Fireballs im Ziel, mit Ausnahme des amtierenden Weltmeisters, der an diesem Tag unseren Club besuchte!
Mottensegler sind besondere Leute und schließen in ihren Reihen viele ein, die es in der Moth und auch anderen Booten zu großen Dingen bringen.

"Der typische Mottensegler"

  • ist immer hilfsbereit
  • lacht gerne
  • ist nicht wasserscheu
  • ist zwischen 15 und 75 Jahren alt
  • ist nicht immer männlich
  • wiegt ca. 50 bis 100 kg
  • segelt gern auf Regatten
  • hat keine Protestflagge an Bord
  • mag keine starren Regeln
  • ißt gern Müsli (vor der Regatta)
  • und Sauerkrautsuppe (nach der Regatta)
  • freut sich bei der Siegerehrung über kleine Geschenke auch für die hinteren Plätze
  • ist innovativ und meist handwerklich begabt
  • ist kein Geheimniskrämer
  • trifft sich auch mal gern mal im Winter zum Wandern
  • könnte sein Boot auch alleine tragen (muß er aber nicht s.o.)

Oft wird behauptet, Motten würden immer kentern. Das stimmt so nicht. Es gibt nur wenige Situationen in denen Motten manchmal kentern. z.B. wenn :

  • keiner drin sitzt
  • kein Wind ist
  • ein Lasersegler drin sitzt
  • man bei der Wende zu lange hinten, oder auf der falschen Seite sitzen bleibt
  • man bei der Halse zu spät Gegenruder gibt
  • sich beim Manöver der Pinnenausleger im Trampolin verklemmt
  • man nach dem Aufrichten nicht schnell genug alles sortiert hat
  • dem Steuermann (oder Frau) die Schot aus der Hand rauscht, und er noch außen auf dem Rahmen sitzt.
  • man vergißt im flachen Wasser das Schwert hoch zu ziehen (gilt nur für "Lowrider")

"Motten sind mir zu kompliziert. Ich segele lieber Einheitsklasse."
Fragt sich nicht auch ein XYZ-Segler, was es mit Schwertprofilen, Vorliekskurven und Mastbiegungen auf sich hat? Warum gehen Laser-Segler mit der Waage zum Mastkauf? Wenn jemand glaubt, im Riggtrimmen perfekt zu sein, sollte er mal ein Mothrigg ausprobieren. Auch bei uns kommt es in erster Linie auf seglerisches know how und den richtigen Trimm an. Erst in zweiter Linie ist ein guter Rumpfentwurf Vater des Erfolgs.

"Ich will Laser segeln"
Kein Kommentar

"Ich bin nicht schwer genug für eine Moth"
Ein verbreiteter Mythos. Wenn Du 50kg und mehr wiegst, bist Du schwer genug. Der 1. der WM 1996 wog 60kg. Weichere Masten, kürzere Salinge, flachere Segel etc. für leichte Piloten sind ja auch in anderen Klassen hinlänglich bekannt. Doch im Gegensatz zu einem Finn, in dem Du 80kg und mehr wiegen mußt, um bei Wind zu überleben, hast Du auf einer Motte viel weniger Probleme an der Kreuz. Sicher gehört körperliche Fitness dazu, die brauchst Du aber in jeder Klasse.

"Ich bin zu schwer für eine Moth"
Unwahrscheinlich. Der 8. derselben WM (s.o.) wiegt 75kg und kann sein Segel so einstellen, daß er bei 10 kn Wind ausreiten muß.

"Okay. Aber erst muß ich diese Saison noch zu Ende segeln"
Das könnte ein Fehler sein: Moth-Skiffs benötigen mehr Übung unter verschiedenen Bedingungen, wenn man bei Regatten vorne dabei sein will. Und je fitter Du bist, umso mehr kannst Du Dich auf taktische Finessen konzentrieren. Deshalb: jetzt umsteigen, bevor Du es Dir nochmal überlegst!

"Ich habe momentan nicht soviel Geld"
OK hier ist die ehrwürdige Antwort seit den Foiler Motten leider etwas veraltet. "Das ist ein dummer Einwurf. Die Moth ist die billigste Art, um Regatten zu segeln. Schaut mal auf einer Messe nach, was heute eine Europe (ehedem Europe-Moth) kostet! Tatsächlich kostet eine Motte heute unwesentlich weniger als ein Regatta-Opti! Im Gegensatz zu anderen Klassen werden teure Ausrüstungsgegenstände wie Segel nicht bereits nach einer Saison unmodern. Und wenn Du realisierst, wieviel Spaß Mothsegeln vermittelt, wirst Du denken, daß das Geld gut angelegt ist. Wenn Du Jugentlicher bist und Deine Eltern bei der Finanzierung helfen, werden sie bald merken, daß Mothsegeln ein schöner Zuschauersport ist."
Der Einstieg mit einer Foilermoth wird auch bei gebrauchten Booten kaum unter 5000 Euro realisierbar sein. Für eine vernünftige Einsteiger Foiler Motte sollte man mit ca. 7000 Euro aufwärts rechnen. Für ein konkurrenzfähiges Boot um vorne mitzufahren ist gebraucht mit mindestens 10000 eher 12000 Euro zu rechnen.

"Ich liebe große Regattafelder! (Vor allem an Land!)"
In der Schweiz beenden 60% aller Optisegler ihre Regattakarriere nach Erreichen der Altersgrenze. Hierzulande sind es 40%. Das das nicht nur an der Pubertät liegt, erkennt man daran, daß es in früheren Jahren anders war. Nichts gegen ordentliche Regattafelder. Aber Masse ist nicht gleich Klasse, sondern oft genug Langeweile. Auch das Hauen und Stechen an den Tonnen ist nicht jedermanns/fraus Sache. Der Leistungsdruck auf junge Segler seitens der Eltern/Trainer und Clubs ist groß. Bei uns bist Du Dir erst einmal selbst der Gegner, solange, bis Du mit dem Boot verwachsen bist. Das wichtigste Argument ist aber der Klassengeist.

"Wie baue ich eine Moth selber?"
Am einfachsten liest man das Blog von Harald unseren Selbstbau Profi.
Rest der Antwort etwas veraltet (vor allem die Preisangaben) - aber ich konnte mich noch nicht dazu durchringen sie wegzuwerfen.
Die einfachste Methode ist der Kauf einer Ausbauschale. Man spart aufwendige Formarbeit. Kostenaufwand: etwa 4000,- bis 5000,- DM komplett. Beim Deutschen Moth Verband gabs mal eine Broschüre ("Das Mothhandbuch"), in dem vor allem die Möglichkeiten des Selbstbaus umfassend erörtert wurden - leider vergriffen. Es gibt Baupläne und Bausätze für den kompletten Selbstbau (z.B. Vampir, Panther-Moth etc); diese Typen sind jedoch keinesfalls regattataugliche Boote, wenn auch einfach zu bauen.
Der Deutsche Moth Verband verkauft einen Bauplan (Womble III) und Risse eines australischen Skiffs. Pläne der Axeman 5 (2. der WM 1996) verkauft der Bootsbauer Andrew Patterson (Adresse beim Sekretär oder über Andrews Web-Page).

"Wie konstruiere ich eine Moth?"
Selbst ein ausgebildeter Designer wird sich schwertun, ohne Moth-Erfahrung einen erfolgreichen Entwurf zu schaffen. (Das Handbuch gibt es nicht mehr. Wer es dennoch versuchen will, dem sei wiederum das Handbuch nahe gelegt.)

"Wie kommt man an eine Moth?"
Der beste Tip: Regattatermine erfragen, dort erscheinen, Probesegeln und dann eine Gebrauchte kaufen. Preise: zwischen 7000,- und 12000,- für eine konkurrenzfähige Moth. Gebrauchte Spitzenboote aus Australien oder England kosten schon mal 10000,- bis 14000,-. Serienmotten kauft man in England oder Australien für etwa 15 - 18 000,- Euro; das sind dann aber absolute Spitzenboote für Spitzensegler. Gebrauchte Boote gibt es auch über die Gebrauchtbootmärkte (siehe linke Navigationsleiste auf dieser Web-Page unter Markt).

"Wie segelt man eine Moth?"
Modernes Mottensegeln läßt sich mit Radfahren vergleichen: wegen der geringen Stabilität muß sie ständig ausbalanciert werden. Hier wie dort gilt, ständige Übung und Einsicht in segeltechnische Dinge macht eine moderne Konstruktion segelbar. Wie man schnell bemerken wird, gehört Kentern zum Geschäft; selbst Spitzensegler bleiben davon nicht verschont. Bei den geringen Bootsgewichten sind Motten aber genauso schnell wieder aufgerichtet. Das sie auch seetüchtig sind, beweisen sie bei großen Veranstaltungen, die oft auf Seerevieren stattfinden (z.B. Skagerrak, Solent oder Südaustralien). Optimale Segelbekleidung ist aber in jedem Fall Voraussetzung. Das alles macht den Reiz des Mottensegelns aus: ein kleines, (vergleichsweise) billiges, leicht zu handelndes Boot, das trotzdem überaus anspruchsvoll ist und mit dem man mehr "verwachsen" muß als mit jedem anderen. Und was einen dann mit oft ekstatischem Segelvergnügen belohnt....

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