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Moth-Training Ostern 2013


Wie entkommt man am besten der immer noch winterliche Tristesse, die Segler lähmt wie eisiger Ostwind die Möwen auf ihren Pfählen? Man haut ab! Und zwar in den Süden. So fasste auch ich recht spontan den Entschluss, bei Carlo und Harald anzufragen, ob ich die Verbandsmotte für die vier Ostertage chartern könnte.

Am Freitag voller Enthusiasmus aufgeladen, ging es dann in Gesellschaft zweier weiterer Einhand-Jollensegler (meine Eltern wollten mit und hatten zwei Laser im Gepäck) auf nach Domaso am Comer See. Es war auch vom Erkundungsfaktor eine sehr interessante Trainingseinheit, denn im Vorfeld hatten wir eine Ferienwohnung mit direktem Seezugang gebucht, auf welche wir sehr gespannt waren und die sich auch im Nachhinein als voller Erfolg erwies. Nebenbei würde diese sich zukünftig sehr gut für das Training mit Jollen eignen, da eine hauseigene Slipbahn vorhanden ist, was für Mottensegler zwar grundsätzlich uninteressant ist, aber zusammen mit sehr schnell tiefer werdendem Wasser ideal zu slippen, bzw. tragen ist.

Leider war der Freitag und Samstag nicht sehr von Wind gesegnet, da im Thermikrevier Como nun mal absolute Flaute herrscht wenn die Wolken der Sonne kein Durchkommen ermöglichen. Die Zeit wurde in alter Seglermanier mit Bootsbau, speziell mit der Anbringung des neuen Großbaums der Verbandsmoth und mit einem Rundum-Check nach dem viel zu langen Winter genutzt. Dafür weckte am Samstag ein auf den ersten Blick traumhafter Nordwind von 8-14kn Stärke schon am frühen Morgen den Hunger, nicht etwa aufs Frühstück, sondern auf den Traum vom Fliegen. So ging es bereits um 8:00 für die Früh-Einheit aufs Wasser. Schon gleich zu Beginn zeigte sich, dass der erste Eindruck des Windes nicht so ganz den Erwartungen entsprach. Er war ungewohnt drehend und böig und wechselte in Wellen sprunghaft von 5 auf 18kn (ich hab es gemessen!). Daher wurde es eher ein „Win or Swim!“ als ein konsistentes Training. Aber als ich mir dann einmal eine der häufiger aufkommenden großen Böenfelder geschnappt hatte und damit den Speedo erstmals über die 20kn-Grenze klettern sah, war alles verziehen. Nach nur einer dreiviertel Stunde hatte ich bereits meinen persönlichen Topspeed mit 23,18kn überboten. Die große Überraschung kam jedoch erst noch: Eine Moth kommt selten allein! Eine schwarze Assasin kam unter schweizerischer Flagge angeflogen und als ich es wieder einmal zurück in die senkrechte geschafft hatte erkannte ich auch ein bekanntes Gesicht: Eric Monnin vom Zuger See hatte wohl mal wieder ein wenig Abstand vom Match Racen gebraucht und war ebenfalls vor der eisigen Kälte auf die Alpensüdseite geflüchtet. Beim anschließenden Angleichen und nachfolgendem Manövertraining konnte ich auch in der Geschwindigkeit gut mithalten und etwas an der Wende und der Halse feilen. Jedoch blieb das Trainingsziel, einmal eine Foiling Gybe zu schaffen, leider aus. Gegen 12:00 legte ich erschöpft und hungrig eine Mittagspause in einer Flautenphase ein. Danach ging es um 13:30 nochmal für knappe 3h aufs Wasser, wobei ich auch verschiedene Aufnahmewinkel mit der GoPro testete.

Leider war am Ostermontag zwar ein wunderschöner Sonnenschein mit herrlichen 17°C, jedoch kletterte die Anzeige meines Windmessers nicht über die 7kn Marke. Zum Foilen zu wenig. Also machten wir uns frühzeitig schon einmal ans zusammenpacken und ließen uns noch die direkten Kontaktdaten des sehr freundlichen Vermieters Stefano geben.

Liebe Grüße

Christoph Zeiser

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